Kategorie: Kräutergarten
Wilder Kräutersirup als Tee
Heute habe ich den Sirup aus der wilden Kräutermischung abgefüllt. Und dabei natürlich auch gleich probiert. Diesmal aber nicht kalt mit Selter – sondern heiß als Tee. Ich bin begeistert! Aus meiner Leitung kommt sehr heißes Wasser – so heiß, dass man sich die Finger verbrüht. Das liegt daran, dass ich den Durchlauferhitzer ziemlich hoch gestellt habe, um damit die Flaschen zu reinigen. Also habe ich mir dieses heiße Wasser in ein Teeglas gefüllt – Sirup rein und fertig. Ich muss sagen: die Mischung ist mir super gelungen! Man schmeckt einen leichten Anis-Geschmack mit würzigem Hintergrund. Einfach nur lecker! Optisch ein wenig farblos, aber der Geschmack ist umwerfend.

Die neu beschrifteten Flaschen und mein erster Kräutertee aus dem Sirup
Ich hatte die Flaschen ja mit Etiketten beschriftet. Dann nach draußen gestellt, weil ich in der Küche keinen Platz mehr hatte. Dann kam der Regen… und alle Etiketten sind weich geworden und haften nicht mehr. Zum Glück fiel mir ein, dass ich mal vor Ewigkeiten diese glänzenden Lackstifte bei Aldi gekauft hatte. Die schreiben prima auf den Flaschen und es sieht auch irgendwie netter aus.
Ich werde mutig: wilder Kräutersirup
Das Ergebnis meiner ersten Sirupherstellung hat mich mutig gemacht. Der selbst gemachte Kräutersirup schmeckt so lecker – ich habe in den letzten Tagen jeweils 1,5L Medium-Selter mit Sirup in einem Rutsch getrunken. So viel trinke ich sonst nie. Also muss dringend noch mehr davon her. Und draußen regnet es schon wieder den ganzen Tag… also habe ich heute noch mehr Sirup gekocht. Diesmal gleich eine 5-Liter-Mischung. Mehr passt nicht in meinen großen Topf. Den Sirup hatte ich schon gestern aufgesetzt. Und davon dann gleich fast die Hälfte mit Pfefferminze angesetzt. Gestern habe ich auch noch weitere Flaschen aus dem Getränkemarkt geholt. Nun kennt die Verkäuferin mich ja schon und ich durfte alleine auf den Hinterhof zum Stöbern. Dabei entdeckte ich in einer Ecke eine Kiste mit super schönen Altbier-Flaschen. Diese bauchigen mit Muster drauf. Habe gleich die ganze Kiste mitgenommen und dazu noch ein paar klare 0,33l-Flaschen. Ich dachte mir: die sind super zum Verschenken.

Mein Pfefferminzsirup. Die bauchigen Flaschen finde ich besonders schön – wenn man von dem doofen Rand mal absieht…
Der sieht aber nur auf dem Foto durch das Blitzlicht so hell aus. In Natur ist er dunkler
Und heute habe ich also Kräuter gesammelt für den restlichen Sirup. Dabei dachte ich mir: wieso nicht mal ein wenig experimentieren? Viele Kräuter müssen zwar zurück geschnitten werden – reichen dann aber doch nicht für einen ganzen Topf Sirup. Also habe ich wild gemischt! Der Hauptteil dabei ist Anisminze und Lakritz-Ysop. Diese beiden habe ich als unterschiedliche Pflanzen gekauft. Und damals sahen sie auch unterschiedlich aus. Nun ähneln sich sich aber so sehr, dass ich den Verdacht habe es handelt sich um ein und dieselbe Pflanzenart.

Lakritzminze und Anis-Ysop – also ich sehe da keinen Unterschied
Egal – schmeckt gut und muss geschnitten werden – also rein damit in den Topf. Inklusive der Blüten. Dazu noch das ziemlich wuchernde Ananas-Salbei zurück geschnitten. Und damit es würzig wird: noch ein paar Zweige Zitronen-Thymian, Oregano und Majoran. Und schnipp schnapp quer durchs Kräuterregal geschnippelt. Eine super Hilfe dabei ist übrigens meine neue kleine Mini-Gartenschere, die es gerade im 2er-Set bei Aldi Nord gab. Ideal für Kräuter! Ich hätte mal gleich 2 Sets nehmen sollen, da sich solche Scheren bei mir gern mal temporär verstecken…

Meine wilde Kräutermischung und die Mini-Schere vom Aldi
Dann habe ich noch einen riesigen Berg Apfelminze geschnitten. Der Sirup schmeckt so was von lecker – davon brauch ich unbedingt noch mehr. Habe ich mich bisher geärgert, dass die Apfelminze im ganzen Garten wuchert, so kann ich jetzt nicht genug davon bekommen. Wieso bin ich nicht eher drauf gekommen Sirup davon zu kochen?
Heute Abend werde ich mal testen, wie der Zitronenmelisse-Sirup mit heißem Wasser als Tee eigentlich schmeckt. Das wäre ja ziemlich praktisch, wenn man sich mal eben mit heißem Wasser aus der Leitung und dem Sirup einen schnellen Tee machen kann. Aufgebrüht werden muss ja nix mehr. Der Sirup aus der “wilden Mischung” eignet sich bestimmt aus sehr gut als Kräutertee. Vielleicht versuche ich das ganze auch mal mit Brennnesseln? Mal schauen, was der Sommer noch so für Ideen bringt. Und meine 30 neuen Flaschen wollen ja gefüllt werden…
Kräuter-Sirup selber machen
Meine Kräuter wachsen wie verrückt. Es wird also Zeit zu ernten. Besonders die Zitronenmelisse muss abgeerntet werden bevor sie anfängt zu blühen. Denn wenn ich sie einfach wachsen lasse, dann wird sie schnell sehr unschön und “spackelig”. Schneidet man sie regelmäßig runter, dann hat man bis zum Winteranfang immer frische Melisse. Und sie wird auch schön buschig dadurch. Also habe ich beschlossen aus den vielen Kräutern Sirup zu kochen.
Rezept für Sirup:
1.) Sirup ansetzen: auf 1 Liter Wasser 750g Zucker – ich habe 4 Liter + 3kg Zucker angesetzt. Dabei habe ich 2kg weißen + 1kg braunen (Rüben-) Zucker genommen. Ich denke einfach, dass der Sirup dadurch besser schmeckt. Den Zucker habe ich im Wasser aufgelöst und dann zum Kochen gebracht. Und ein paar Minuten kochen lassen.
2.) Kräuter waschen, abtropfen lassen und in Topf geben. Dazu ein wenig Zitronensaft nach Gefühl und Geschmack. Und für die Haltbarkeit habe ich jeweils ca. 1-2 Teelöffel Ascorbinsäure dazu gegeben. Normalerweise nimmt man Zitronensäure – habe ich aber nicht da. Ascorbinsäure (Vitamin C Pulver) hat aber eine ähnliche Wirkung.

Zitronenmelisse – Apfelminze – Orangenminze
3.) Dann den Sirup kochend auf die Kräuter geben und über Nacht stehen lassen. Die Menge der Kräuter kann man variabel halten. Nimmt man viel Kräuter, dann bekommt der Sirup mehr Geschmack und das Getränk ist nachher weniger süß. Weniger Kräuter = viel Zuckerlösung – also süßer. Ich habe damit auch noch keine Erfahrung und habe es einfach mal nach Gefühl gemacht. Also: viiiiel Kräuter.
Nun ist die Frage: wohin mit dem Sirup? Ich habe im Internet geschaut was Flaschen kosten… viel zu teuer! Das muss doch auch billiger gehen. Natürlich hätte ich jahrelang Flaschen sammeln und aufbewahren können – hab ich aber nicht. Am liebsten wollte ich Flaschen mit diesem Schnappverschluß wie auf Bierflaschen. Aha – Bierflaschen! Das ist die Lösung. Nur: woher nehmen. Ich mag kein Bier. Also bin ich zum nächsten Getränkemarkt und habe dort gefragt: “ääääh – kann ich bei Ihnen auch eine leere Kiste Bier kaufen?” – Konnte ich! Nun habe ich 20 Halbliterflaschen mit Schnappverschluss zu 15ct die Flasche!!!
Billiger geht es wohl kaum

Ich habe die Flaschen erst eingeweicht und dann mit kochendem Wasser ausgewaschen
Die Flaschen habe ich über Nacht in Wasser einweichen lassen, damit sich die Etiketten lösen. Dann habe ich sie mit kochendem Wasser ausgewaschen und über Kopf trocknen lassen.
Die Sirup-Kräutermischung sieht nach einem Tag nicht mehr sehr toll aus – riecht aber super lecker!

So sieht der durchgezogenen Sirup einen Tag später aus
4.) Nun wird die Mischung noch einmal kurz aufgekocht und dann heiß in die Flaschen gefüllt. Dabei gieße ich sie natürlich durch ein Sieb, denn ich will ja keine Blätter in meinem Sirup haben. Bei der Gießaktion muss man ziemlich Acht geben, dass man sich nicht verbrennt – Sirup wird verdammt heiß! Deswegen habe ich die Flaschen auch vorher mit heißem Wasser gespült.

Den Sirup habe ich durch ein Sieb mit Küchenpapier gegossen und dann in heiße Flaschen abgefüllt
Nun die Flaschen verschließen und kühl stellen. Ich habe mir zu den Flaschen auch gleich eine Kiste mit genommen. So kann ich den Sirup bequem in der Bierkiste lagern. Wenn der Sirup abgekühlt ist kommen noch Schildchen drauf und fertig ist meine Sirupkiste. Das erste Glas Sirup mit Leitungswasser genieße ich gerade – Geschmack Orangenminze. Und ich muss sagen: lecker!!!
Update 30.06.2011:
Heute habe ich nun auch die anderen beiden Sorten abgefüllt. Das Ergebnis: 4,5 Flaschen Apfelminze, knapp 4 Flaschen Zitronenmelisse und 2,5 Flaschen Orangenminze
Kartoffelkäfer entdeckt
Heute habe ich einen sehr seltenen Gast entdeckt: ein Kartoffelkäfer hat mich besucht! Er wird ziemlich enttäuscht sein, denn in meinem Garten sind gar keine Kartoffeln zu finden. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es in meiner Kindheit wahre Kartoffelkäfer-Plagen gab. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, wann ich so einen kleinen Kerl das letzte Mal gesehen habe. Muss eine Ewigkeit her sein. Und mir ist auch ziemlich schleierhaft was der hier im Wald sucht.
Kräuter-Regal gebaut
Gestern war ich Pflanzen kaufen… eigentlich war der Plan: Gelbe Tomaten, Orangenminze und vielleicht noch ein paar Kräuter. Hinten im Garten sind noch 5 Pflanztöpfe frei. Also brauchte ich theoretisch nur noch 5 Pflanzen. Theoretisch… als ich wieder zu Hause war sah mein Auto so aus:

Wie man sieht konnte ich mich beim Pflanzenkauf mal wieder nicht zurück halten
Beim Pflanzen-/Kräuterkauf setzt mein Gehirn irgendwie aus. Und zu Hause habe ich dann das Problem: wohin mit dem Kram??? Das Problem hatte ich beim Einladen schon. Wie man auf dem Foto sieht fahre ich nämlich seit Monaten mit 2 Paketen Briketts durch die Gegend. Frag mich nicht warum… keine Ahnung. Wohin also mit all den Pflanzen? Hinten im Garten habe ich schon fleißig geackert und es sind wie bereits gesagt noch 5 Pflanzsteine übrig.

In den Pflanzsteinen wachsen Artischocken, Physalis, Schnittlauch, Petersilie, Pfefferkrau und vieles mehr
Also habe ich nun an der Hausfront unter dem Küchenfenster ein Kräuterregal angebracht. Gebaut habe ich es gleich gestern Abend. Heute dann in der gleichen Farbe wie das Haus gestrichen und etliche Töpfe und Kästen bepflanzt. Nun bin ich fix und alle – aber sehr zufrieden mit meiner Arbeit.

Mein neues Kräuterregal vor dem Haus
In den Töpfen und Blumenkästen wachsen nun neben den üblichen Kräutern wie verschiedene Sorten Thymian und Majoran, Bohnenkraut, Basilikum, Ruccula, Rosmarin etc. nun auch zig verschiedene Minzsorten: Anis-, Ananas-, Erdbeer-, Mandarinen, Orangen-, Schoko- und Zitronenminze. Außerdem habe ich noch ein paar interessante Pflanzen gekauft, die ich noch nicht kenne: Ananas-Salbei und Pilzkraut. Dann noch Zitronengras und eine veredelte Gurke (auf Kürbispflanze gesetzt – keine Ahnung wie das funktioniert). Und eine Pflanze mit dem Namen “Kraut der Unsterblichkeit” – dann kann ja nix mehr schief gehen und ich werde hier sicherlich 100 Jahre alt – mindestens!
Hier noch mal ein Foto aus der Nähe – fotografiert mit Ultra-Weitwinkel:
Unten drunter stehen einige Salate aus dem Gemüsebeet. Sie mussten der Zucchini und der Zuckermelone weichen. Ich weiß gar nicht, ob man Salat eigentlich so einfach umpflanzen kann – aber: Versuch macht kluch oder so… Notfalls wird er eben einfach aufgegessen.
So sieht mein Gemüsebeet nun aus:
In der nächsten Woche werde ich mich von meinen Wachteln trennen. Die vielen Tiere werden mir momentan einfach zu viel. Und dann wird aus der Wachtelvoliere ein Gewächshaus für die vielen Tomatenpflanzen, die noch auf einen Platz warten. Beim Gärtner hatten sie einen Haufen Tomaten mit komischen Namen – was daraus wird konnte mir die Angestellte dort auch nicht sagen – halt “Überraschungs-Pflanzen”. Die Namen hören sich schon mal spannend an: Grünes Würstchen, Covazon, Spike , Purple irgendwas mit c (kann ich nicht entziffern) und weitere. Mal schauen, was draus wird. Das Problem wird sein, dass ich dann wahrscheinlich gar nicht weiß, wann sie reif sind. Rot werden wohl die wenigsten davon.






